Die AFLE ist am Start (Week 2)
- balouelf

- vor 2 Stunden
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Foto: Balou
Die Week 2 meiner „internen“ Season-Rechnung, war auch gleichzeitig der Startschuss für die AFLE. Die EFA ging mit zwei Partien in ihre Week 2 und insgesamt betrachtet haben wir wohl die jeweiligen Favoriten, bis auf Rhein Fire, jetzt wohl gesehen. Schauen wir kurz auf die „Takeways“ des Wochenendes.

Foto: Foot Bowl/Wolfgang Huszar
Die AFLE legte am Samstag einen sehr ansehnlichen Start hin, mit dem Opener in Wien. Dabei ließen die Vikings erwartungsgemäß der Thunder aus Berlin keine Chance (49:7). Für das erste Spiel der Liga Geschichte hatte sich hoher Besuch angesagt. Aus dem Hochadel des Amerikanischen Football war NFL-Legende und Super Bowl Champion Marshawn „Beast Mode“ Lynch zu Gast in Wien, führte den ersten Coin Toss der AFLE aus und verfolgte das Spiel von der Sideline der Vikings.
Das TV-Produkt sah richtig gut aus, aus meiner Sicht sogar besser als das schon gute TV-Produkt der EFA und was mich besonders begeistert hat, die Statistiken waren sofort verfügbar. Das Ganze fand in der neuen Heimstätte der Vienna Vikings statt, die mit rund 4000 Zuschauern einen würdigen Rahmen bot. Leider muss man auch sagen, dass man von Anfang an sicher war, dass egal was passiert, die Vikings den Platz als Sieger verlassen werden. Auch wenn es keine 70:0 Klatsche war, so war es trotzdem genauso deutlich wie eine solche. Zu keinem Zeitpunkt des Spiels kam da Spannung auf. Weiter unten, gehe ich noch mal auf das Thema „wir wollen eine ausgeglichene Liga“ ein.
Das zweite Spiel sah letztlich ähnlich aus. In London trafen die heimischen Warriors auf die Panthers. Dabei hatten die Warriors die Spielstätte erst wenige Tage vor dem Kickoff bekannt gegeben. Der üblicherweise am Mittwoch vor einem Spiel dem Gegner zugeschickte Roster soll gerüchteweise die Panthers nie erreicht haben und die Helme der Warriors trugen noch kein Logo, die Trikots noch keine Spieler- sondern nur Teamnamen. Mit anderen Worten, es wirkte alles etwas improvisiert. Da verwundert es auch nicht, dass man nur 503 Zuschauer ins Stadion locken konnte.
Auch hier hatte man nie Zweifel wer das Feld als Sieger verlassen würde und so gingen die Panthers am Ende mit einem 41:21 Sieg vom Feld. Die Warriors zeigten Kampfgeist und einige gute Ansätze, allerdings täuscht das Ergebnis auch etwas, da die Warriors 14 ihre 21 Punkte im letzten Viertel gemacht haben, als die Panthers schon etwas den Fuß vom Gas genommen hatten. Trotzdem Respekt an die Warriors die sich unter den gegebenen Umständen tapfer geschlagen haben.
Machen wir einen Schwenk hin zu den beiden Partien der EFA. Hier besuchten die Raiders Nordic Storm und die Lions die Paris Musketeers. Beide Heimteams galten als Favoriten, was sich dann auch auf dem Feld bewahrheitete. Storm gewann gegen die Raiders mit 39:16 und die Musketeers gegen die Lions mit 30:9. Bleibt festzuhalten, dass zusammen genommen die EFA und die AFLE 5 Spiele ausgetragen haben und davon nur eines, nämlich Musketeers gegen Galaxy wirklich spannend war. Womit wir beim Hauptthema meines Blogs für heute wären …
Die Mär einer ausgeglichenen Liga
Ich höre schon wieder die ganzen Insta-Vordenker und Facebook Despoten: “Das sind doch keine ausgeglichenen Ligen“ oder „da ist es ja spanender meinem Rasen im Garten beim Wachsen zuzusehen“ und vieles mehr in die Richtung. Bevor mein Punkt hier falsch verstanden wird, ich sehe das nicht als so schlimm an. Schlicht gibt es keine Liga auf der Welt, in der völlige Ausgeglichenheit herrscht und, ganz ehrlich, das ist auch kein Beinbruch.
Warum sag ich das? Nun, ich glaube man muss genauer hinschauen, was sich dahinter verbirgt und was viele da rein interpretieren. Eine wirklich ausgeglichene Liga wird es nie geben. Eine Liga mit einer annehmbaren Zahl an Teams, sagen wir mal irgendwas ab 14 Teams aufwärts, wird nie ausgeglichen sein, da jedes Team naturgemäß unterschiedliche Grundvoraussetzungen hat. Sei es die Attraktivität des Standorts, das im Umland vorhandene Interesse an dem Sport und dem Team, alternative Sport oder Kultur Veranstaltungen in der Region, Anzahl an zuverlässigen und im Idealfall langfristigen Sponsoren, ggf. verschiedene Steuergesetze, finanzielle Potenz der Organisation oder auch die Größe der regionalen Talentdichte, dies alles wird man nie komplett auf ein gleiches Level bekommen.
Vielleicht mal ein kleiner Ausflug in die Welt des Fußballs. Es haben sich in der Geschichte der Fußball Weltmeisterschaft 80 Teams mindestens einmal für eine Endrunde qualifiziert. Nur 8 dieser 80 Teams konnten bisher einen Weltmeistertitel erringen. Trotzdem habe ich noch nie die Forderung gehört, dass zukünftig nur noch diese 8 Teams einfach den Weltmeister Titel ausspielen sollten.
Zu weit hergeholt? Sehe ich ein … nehmen wir also was naheliegenderes, die NFL. Was haben die NFL-Teams der Atlanta Falcons, Arizona Cardinals, Buffalo Bills, Cincinnati Bengals, Cleveland Browns, Detroit Lions, Houston Texans, Jacksonville Jaguars, Los Angeles Chargers, Minnesota Vikings und Tennessee Titans gemeinsam? Richtig, sie konnten noch nie den Super Bowl gewinnen. Also selbst ein Milliarden Unternehmen wie die NFL, die nicht mehrere Länder mit unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben und unterschiedlichen Leveln an Talent und Verbreitung von American Football unter einen Hut bringen muss, gelingt es nicht eine komplett ausgeglichene Liga aufzubauen. Zugegeben sie sind da relativ nah dran, näher als alle Ligen die mir in Europa einfallen, egal in welchem Sport. Aber sie haben auch ganz andere Möglichkeiten zu Verfügung. Also egal ob die Liga jetzt ELF, EFA oder AFLE heißt … wer das als Ziel ausruft oder dies von einer Liga erwartet, verlangt schlicht unmögliches. Stattdessen sollte man sich darauf besinnen, eine stabile Liga, mit stabilen Franchises aufzubauen, wo die Leistungsdichte so eng beisammen wie möglich ist. Eine Liga, wo es keine Teams gibt die jeder immer schlägt oder nie irgendjemand schlägt. Da darf es dann auch eine Gruppe der Titelanwärter/Playoffkandidaten geben und eine Gruppe die darum spielen, „Best oft he Rest“ zu sein. Wenn dann noch Teams ab und an zwischen den beiden Gruppen wechseln, läuft schon sehr viel, sehr richtig.
Aber das ist nur meine Meinung …
In eigener Sache: Der Blog heißt „Nur meine Meinung“, weil ich ernsthaft an eurer Meinung interessiert bin. Ich würde mich über Meinungen, Stellungnahmen, Anmerkungen und Äußerungen freuen! Schick mir gerne Mails, schreibt mir auf Twitter oder nutzt die Kommentarfunktion … Let’s goooo!



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